Fortbildung


Schwerpunkt der vom IFTR organisierten Fortbildungsmaßnahmen sind Seminare zur Einübung eines kognitiv-behavioralen Behandlungsprogramms für Sexualstraftäter (BPS-III)

Das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter in der revidierten Form (BPS-III)

Das BPS-III ist eine grundlegende Neubearbeitung des 2000 veröffentlichten und 2012 revidierten Behandlungsprogramms für Sexualstraftäter (BPS-R). Es berücksichtigt die internationalen Erfahrungen und Forschungsergebnisse in der Behandlung von Sexualstraftätern auf kognitiv-behavioraler Grundlage und nimmt auch neue Impulse aus der „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie auf. Es ist sowohl als Baustein in einem therapeutischen Gesamtkonzept als auch als alleinige Behandlungsmaßnahme einsetzbar. 

Das Programm wird seit mehr als 25 Jahren im Strafvollzug, insbes. in sozialtherapeutischen Einrichtungen, im Maßregelvollzug der Landeskrankenhäuser und zunehmend auch im ambulanten Setting angewandt. In Deutschland und im deutschsprachigen Ausland arbeiten inzwischen mehr als 100 Einrichtungen mit diesem Programm. 

Das BPS-III ist für die Durchführung in Gruppen konzipiert und besteht aus zwei Teilen, einem deliktunspezifischen und einem deliktspezifischen Teil: Am deliktunspezifischen Teil können auch Sexualstraftäter teilnehmen, die ihre Straftat (noch) nicht eingestehen. Im Vordergrund stehen hier die Ziele: Herstellen bzw. Erweitern der Behandlungsmotivation und -fähigkeit, Aufbau einer therapeutischen Beziehung und Gruppenfähigkeit, Erweiterung sozialer Kompetenzen, Verbesserung der Selbststeuerung und Veränderung von kriminogenen Grundeinstellungen. Der Teil U eignet sich grundsätzlich auch für Täter mit anderen Delikten. 



 

Inhalte der Seminare

Theoretische Grundlagen

  • Klassifizierung von Sexualstraftätern
  • Ergebnisse der Prognoseforschung
  • Ergebnisse der Behandlungsforschung und Folgerungen für die Entwicklung von
    Behandlungskonzepten
  • Entwicklung des BPS-R
  • Rahmenbedingungen für die Durchführung des BPS-R
  • Methoden der Visualisierung in der Gruppenarbeit
  • Eingangsdiagnostik, Erfolgskontrolle, Verlaufsmessungen
  • Kognitiv-behaviorale Behandlungsansätze und Relapse Prevention
  • Sexualität: Normalität und Devianz, Gesellschaftliche Reaktionen,
  • Kontrolle sexueller Fantasien
  • Klinische Aspekte der Entwicklung von Moral und Empathie
  • Stress und Stressbewältigung
  • Grenzen der Behandelbarkeit (Umgang mit „Psychopathy“)
  • Die Notwendigkeit von Erprobungsräumen
  • BPS-R und Nachsorge
  • Therapeutische Beziehung
  • Gruppendynamik und Umgang mit Störungen in der Gruppe
  • Umgang mit persönlichen Belastungen in der therapeutischen Arbeit mit
    Sexualstraftätern

Training der Methoden des BPS-R Teil U

  • Ergänzende theoretische Grundlagen zu den Trainingseinheiten
  • Übung aller Methoden

Training der Methoden des BPS-R Teil S

  • Ergänzende theoretische Grundlagen zu den Trainingseinheiten
  • Übung aller Methoden


Das Behandlungsmanual besteht aus den folgenden Teilen: Theoretische Grundlagen, Ablauf der Programmeinheiten, Kopiervorlagen für Arbeitsblätter und Overhead-Folien, Einstellungskarten, Poster (Ringordner DIN A4 mit ca. 700 Seiten)
und einem USB-Stick mit den Arbeitsblättern und Folien. Es wird vom
Kriminalpädagogischen Verlag Lingen vertrieben.


Die Marke BPS ist geschützt (Eintragung in das Register des Deutschen Patent- und Markenamts).


Seit dem Jahre 2000 haben mehr als 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Justizvollzug, dem Maßregelvollzug und der ambulanten Straffälligenhilfe an Fortbildungen zur korrekten Anwendung des BPS oder BPS-R teilgenommen. Nachfolgende Grafiken zeigen die geschlechts- und berufsspezifische Verteilung der Teilnehmenden.




Referenten


Dr. Bernd Wischka
Psychologischer Psychotherapeut, ehem. Leiter der sozialtherapeutischen Abteilungder JVA Lingen.


Elisabeth Foppe
Pädagogin, ehem. Stationsleiterin in der sozialtherapeutischen Anstalt der JVA
Lingen.



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