Internationalen Rückfallstudien lassen kaum Zweifel daran, dass das Ziel einer Reduzierung der Rückfälligkeit von Straftätern und weiterer Opfer erreicht werden kann, wenn....
⦁ auf den Täter und die Tat bezogen vorgegangen wird,
⦁ die Intensität der Maßnahme auf das Rückfallrisiko abgestimmt wird,
⦁ auf die Ursachen der Kriminalität fokussiert wird,
⦁ (sub-)kulturelle oder kognitive Fähigkeiten berücksichtigt werden und insbesondere kognitiv-behaviorale Methoden eingesetzt werden,
⦁ geeignete Rahmenbedingungen für die Durchführung der Behandlung organisiert werden,
⦁ die Behandlungsmaßnahme in ein Gesamtkonzept integriert ist, das auch andere Interventionen, Erprobungsräume, Wiedereingliederungsmaßnahmen und Nachsorge vorsieht,
⦁ geschultes Personal mit der Durchführung betraut wird, das auch in der Lage ist, eine veränderungsfördernde Beziehung zur Klientel herzustellen.
geeignete Rahmenbedingungen für die Durchführung der Behandlung organisiert werden,
⦁ die Behandlungsmaßnahme in ein Gesamtkonzept integriert ist, das auch andere Interventionen, Erprobungsräume, Wiedereingliederungsmaßnahmen und Nachsorge vorsieht.
⦁ geschultes Personal mit der Durchführung betraut wird, das auch in der Lage ist, eine veränderungsfördernde Beziehung zur Klientel herzustellen.
Das BPS-III versucht, den Anforderungen aus der internationalen Forschung gerecht zu werden.
Forschungen zeigen inzwischen sehr deutlich, dass eine nur auf das Sexualdelikt bezogene Fokussierung der Behandlung nicht ausreichend ist. Für eine Vielzahl der Sexualdelinquenten sind auch Faktoren wie unzureichende soziale und Selbststeuerungs-Kompetenzen, ein problematisches Verständnis von Geschlechterrollen, dysfunktionale Stresslösungsstrategien, generelle kriminogene Grundüberzeugungen oder der straftatfördernde Gebrauch von Suchtmitteln von Bedeutung. Bei der Entwicklung des BPS wurde dies von Anfang an in einem zweiteiligen Aufbau berücksichtigt. In einem zunächst deliktunspezifischen Teil geht es um die genannten Themen und erst im anschließenden deliktspezifischen Teil findet die Auseinandersetzung mit dem Tatgeschehen, den Folgen für die Tatopfer und die Entwicklung von Maßnahmen zur Rückfallprävention statt.
Praktiker beurteilen das BPS positiv
Um zu prüfen, ob es Schwierigkeiten bei der Anwendung des BPS gibt und welche Erfahrungen die Anwender bei der Umsetzung des Programms erlebten, haben wir an einige Einrichtungen, die mit dem BPS arbeiten, Erhebungsbogen verschickt. Die Ergebnisse zeigen, dass die in den Fortbildungen vermittelte Theorie für die Praxis als bedeutsam eingeschätzt wird. Die Anwendung des Programms wird als leicht erlernbar und umsetzbar angesehen. Bei den Gruppenteilnehmer wurde eine gute Mitarbeitsbereitschaft festgestellt. Das Behandlungsprogramm zeigt offensichtlich, dass es die meisten Sexualstraftäter anspricht und sie weder emotional noch intellektuell überfordert sind – wohl auch, weil der Einstieg in das zweigliedrige Programm (deliktunspezifischer und deliktspezifischer Teil) meist leichtfällt und sie die Inhalte für sich selbst nützlich finden. Die Gruppenleiter:innen berichten auch von erkennbaren Veränderungen bei ihnen. Innerhalb des Gesamtsystems der Einrichtung ist die Arbeit mit dem Behandlungsprogramm gut akzeptiert und hat sich als wichtiger Bestandteil der Maßnahmen oder sogar als Schwerpunkt etabliert und ist mit anderen therapeutischen Interventionen gut kombinierbar. Es unterstützt und erleichtert andere Behandlungsmaßnahmen.

Rehder, U., Wischka, B. & Foppe, E. (2013). Das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS): Entwicklung, Aufbau, Praxis. In B. Wischka, W. Pecher & H. van den Boogaart (Hrsg.). Behandlung von Straftätern: Sozialtherapie, Maßregelvollzug, Sicherungsverwahrung. 2. Aufl. Freiburg: Centau-rus, 418-453.
Eine Praktikerin aus dem Maßregelvollzug fasst ihre Erfahrungen mit dem BPS so zusammen:
⦁ „Das BPS ist ein Gruppenprogramm, das sich gut in das multimodale Behandlungskonzept unserer Klinik integrieren lässt.
⦁ Die Thematiken, die im BPS besprochen und trainiert werden, stellen wichtige Inputs für die Behandler-Gespräche und Gespräche mit der Bezugspflegegruppe dar.
⦁ Die Patienten erleben sich als aktive Mitgestalter ihrer – deliktfreien – Lebensweise.
⦁ Die Patienten stabilisieren sich auch nach Beendigung des BPS-Gruppenprogramms weiter.
⦁ Das BPS-Programm hilft auch, besser einzuschätzen, wo die Stärken und Schwächen der Pateinten liegen, und gezielte Interventionen einzuleiten.
⦁ Das BPS ist ein wichtiger Baustein im Gesamtbehandlungsplan unserer Klinik, der die Pateinten maßgeblich zu Verhaltenssteuerung befähigt“ (Konrad 2017, S. 151).
Konrad, G. (2017). Das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS) im forensisch stationären Setting. Beschreibung, Evaluation und erste katamnestische Daten. In: N. Saimeh (Hrsg.). Abwege und Extreme: Herausforderungen der Forensischen Psychiatrie. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, S. 138-152.
Rehder, U., Wischka, B. & Foppe, E. (2013). Das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS): Entwicklung, Aufbau, Praxis. In B. Wischka, W. Pecher & H. van den Boogaart (Hrsg.). Behandlung von Straftätern: Sozialtherapie, Maßregelvollzug, Sicherungsverwahrung. 2. Aufl., Freiburg: Centaurus, 418-453.
Wischka, B. (2013). Das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS-R): Erfahrungen und Evaluationsergebnisse. Recht & Psychiatrie, 31, 138-145.
Wischka, B. & Foppe, E. (2025). Das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS-R). In: M. Dudeck & J. Kaspar (Hrsg.). FAQ Forensische Psychiatrie und Psychologie. München: Elsevier, Urban & Fischer: S. 358-364.


